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Really Useful Theater
Künstlerische Manifeste zu Theater, Performance und Kunst
FFT Kammerspiele
4. & 5. Mai 2016

Die gesellschaftliche Nützlichkeit des Theaters steht hierzulande grundsätzlich außer Zweifel. Das zeigt schon das öffentliche Fördersystem, das nicht nur die dichteste Stadttheater-Landschaft der Welt unterhält, sondern darüber hinaus auch eine boomende freie Szene unterstützt. Wie ist es unter diesen Bedingungen um die künstlerische Freiheit bestellt? In der bildenden Kunst müssen sich Künstler*innen am Markt behaupten. Mit dem Konzept der Useful Art wird dagegen in jüngster Zeit Stellung bezogen.  Ein Rückzug aus der Blase das Kapitals? Oder eine Strategie, die dem allgemeinen Diktat der Nützlichkeit wiederum entgegenkommt? „Really Useful Theater” bringt die Debatte um die Freiheit und den Nutzen von Kunst auf die Bühne und verwandelt das Theater in eine utopische Arena des Widerstreits. Unter der künstlerischen Leitung von Stefanie Wenner und Thorsten Eibeler (apparatus) nehmen Künstler, Kuratoren und Wissenschaftler in performativen Manifesten, Statements und Vorträgen das Verhältnis von Kunst, Politik und Gesellschaft in den Blick.

Das Programm

Tag 1 - 4.5. ab 20.00
Nützlichkeit performen : Freiheit fordern

Wenn Theater per se nützlich ist, was geschieht, wenn diese Nützlichkeit zusätzlich aufgeführt wird - zum Beispiel in Form von Partizipation und Integration? Oder ist die Kunst immer schon da am nützlichsten, wo ihre Freiheit am vehementesten gefordert wird? Wie beeinflussen Kuratoren das Geschäft mit der Nützlichkeit von Theater und Kunst? Wenn Tanz und Performance zunehmend ins Museum einziehen, wird ihnen dann jene Flüchtigkeit entzogen, von der viele glauben, dass sie ihr widerständiges Potential ausmacht?

Vier performative Manifeste von und mit:
Hofmann & Lindholm, Billinger & Schulz, matthaei & konsorten, cobradigital.cobra.



 

Im Anschluss Statements von Bettina Masuch (tanzhaus nrw), Matthias Frense (Ringlokschuppen Ruhr), Gregor Jansen (Kunsthalle Düsseldorf), Florian Malzacher (Impulse Theater Festival).

Moderation: Stefanie Wenner (apparatus), Kathrin Tiedemann (FFT Düsseldorf)

Tag 2 - 5.5. ab 13.30
Theater der Nützlichkeit, Kunst des Entzugs

Was Kunst können muss und unterlassen könnte, bleibt strittig. Auf der Basis der künstlerischen performativen Manifeste vom Vorabend beginnt der theoretische Diskurs mit einem philosophischen Vortrag und einer Respondenz. Anschließend ist das Gespräch eröffnet: Künstler, Wissenschaftlern und Zuschauer treten in den Dialog.

14.00
Vortrag: Alexander García Düttmann (Universität der Künste, Berlin) „Wollt ihr die total Gegenwartskunst?”*; Respondenz: Marita Tatari (Ruhr-Universität Bochum).

16.00
Hofmann & Lindholm im Gespräch mit Jörn Etzold (Goethe-Universität Frankfurt a.M.)
matthaei & konsorten im Gespräch mit Patrick Primavesi (Universität Leipzig)

17.30
cobradigital.cobra im Gespräch mit Martina Leeker (Leuphana Universität Lüneburg)
Billinger & Schulz im Gespräch mit Oliver Marchart (Universität Wien)

19.00
Abschlussdiskussion

apparatus — Stefanie Wenner und Thorsten Eibeler GbR Koproduktion FFT Düsseldorf, Sophiensæle Berlin, Kampnagel Hamburg
Really Useful Theater wird gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und realisiert aus Mitteln des Theaterpreises des Bundes 2015. Mit freundlicher Unterstützung der Bundeszentrale für politische Bildung.

usefultheater.de